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DIE FRANZISKANERKIRCHE UND KLOSTER

Selarilor nr. 14, Sibiu

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Um 1425 kommen die Klarissen Nonnen in die Oberstadt, dem Frauenorden der Franziskaner, der der Heiligen Klara gewidmet ist. Sie bauen das erste Kloster in diesem Teil der Burg. Es wird angenommen, dass der Platz voll mit Gärten und Nebenländereien war, zumal der Bereich, als letzte Zone, bis zum Niederlassen der Nonnen nicht erschlossen war.

Das Kloster folgte seinem normalen Lauf, bis die Siebenbürger-Sachsen beschlossen haben, zum Protestantismus überzutreten. Die Klarissen werden aus der Burg verbannt, und die Kirche wird zum Weizenlager der Stadt.

Die Geschichte aus der Franziskanergasse (rum. Șelarilor) wird erst 1716 fortgeführt. General Steinville bringt die Franziskaner erneut nach Hermannstadt und diese erhalten vom Magistrat das Recht sich in der Burg niederzulassen, jedoch nicht in das alte Kloster aus der Unterstadt sondern an den Standort des Klarissen-Kloster. Beiträge zum Wiederaufbau des Klosters leisten der siebenbürgische Gouverneur Sigismund Kornis, der Regierungsberater Rosenfels und Senator Andreas Hook.

In demselben Jahr hält Anton Schirmer, welcher die Mönche koordinierte (zusammen mit Modest Szigrai) den ersten Gottesdienst in der alten Kirche, gerade am Tag des Hlgn. Anton de Padua.

1720 kauft Joseph Weber eine benachbarte Parzelle und erweitert das Kloster in Richtung Norden. Ab 1721 wird es Konvent. Die Westparzelle wurde 1723 gekauft und bis 1839 werden auch anderen Grundstücke hinzugekauft, was zur ständigen Erweiterung des Klosters führt. Das Kloster wurde neben der Kirche erneuert und erhält ein barockes Aussehen über die Fassadendekorationen, die auf die Hauptgebäude angebracht werden, sowie über den Bau des Glockenturms. Umfassende Umbauarbeiten sind 1776 registriert worden, als die gotischen mittelalterlichen Gewölbedecke einstürzte. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Mönch von den herabstürzenden Steinen erschlagen.

Das Kloster funktionierte so für fast 250 Jahre, in ihren Verwaltungsbereich fielen auch die Ortschaften Turnu Roșu (Porcești), Porumbacu de Jos, Orlat und Miercurea Sibiului.

1949 wurden die katholischen Mönchsorden von den Kommunisten verboten. Die wenigen Hermannstädter Mönche wurden ins Kloster Radna abgeschoben, von hier einige sogar deportiert, verhaftet oder in katholische Länder aus dem Westen verbannt.

Nach 1990 wird das Gebäude erneut von der römisch-katholischen Gemeinde benutzt und dient als Gebetsstätte. In diesem Jahr, 2013, wurde die komplette Renovierung des Gebäudes beendet.

Zu erwähnen sind das Steingrab des kommandierenden Generals von Siebenbürgen Damian Hugo de Virmond von 1722, Kenotaph der Herzogin Arianna Andlern. In der Krypthe des Klosters finden wir weitere Grabsteine von Mönchen aber auch von anderen Persönlichkeiten, welche hier begraben sein wollten. Darunter der Gouverneur Siebenbürgens Johann Haller, 1786 gestorben und seine Gattin Sophia Daniela de Vargyas.

Das Innere wurde während der barocken Zeit umgebaut, das Schiff wurde halbzylinderförmig mit Doppelbogen (welche an die Pfeiler angeschlossen sind). An der Nordfassade haben wir zwei Kapellen und seitliche Altäre. Ebenfalls im Inneren steht eine Statue der Heiligen Madonna mit dem Kind aus dem 15. Jh., es scheint noch von den Klarissen zu stammen. Die letzte Restaurierung der Kirche fand 1972 statt.

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